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Podcast Folge 9


Wie versprochen der wöchentliche Podcast!

Dieses Mal Folge 9 mit folgenden Themen: Nginx erkämpft sich größere Marktanteile, Automatisierter Test löschte Produktivdatenbank von DigitalOcean, Mozilla Servo ausprobiert und Robert W. Taylor ist gestorben.

Viel Spaß damit!


Robert W. Taylor ist gestorben


Der Informatiker Robert William Taylor ist am 13.04.2017 in Woodside, Kalifornien gestorben. Er wurde 85 Jahre alt.

Robert W. Taylor ist in Dallas geboren, hat irgendwann bei der NASA gearbeitet, war verantwortlich für die Sicherung des Appollo Programm und hat an vielen anderen Projekten gearbeitet.

Robert W. Taylor wechselt irgendwann zur ARPA, der "Advanced Research Project Agency". Dort war er Direktor. Er gründete die Xerox PARC Computer Science Laboratories. Er arbeitete außerdem für DEC und gründete das DEC Systems Research Center.

Während seiner Zeit bei der ARPA wurde das ARPANET entwickelt. Das ARPANET wird heute als der Vorgänger des Internet betrachtet. In dem DEC Systems Research Center ist Modula-3 entwickelt worden.


Mozilla Servo ausprobiert


Nicht die Servolenkung im Auto, sondern die Webbrowser Engine von Mozilla Research. Mozilla Research entwickelt eine neuartige Browser Engine, die schnell, sicher und modular sein soll. Servo wird aber kein Webbrowser werden. Servo wird aber vielleicht in zukünftigen Versionen von Firefox oder anderen Webbrowsern als Basis dienen. Aktuell nutzt Firefox die Gecko Engine zum Verarbeiten der Webinhalte. Es gibt aber bereits jetzt schon Bestrebungen von Mozilla einzelne Komponenten von Servo in Gecko zu integrieren. Unter dem Schirm des Quantum Projekts werden bereits heute einzelne Komponenten in Kombination mit Gecko genutzt.

Sicher und modular mag Servo bereits jetzt schon sein, aber es wirkt alles noch sehr fehlerhaft und unfertig. Aber das ist auch egal, denn es ist nur eine Tech Demo. Die Arbeiten an dem Projekt sind schon heute erfolgreich und führen dazu, dass Programmteile, die in Rust geschrieben sind, schon heute Teil von Firefox sind.


Automatisierter Test löschte Produktivdatenbank von DigitalOcean


DigitalOcean ist ein großer Internet Service Provider, der u.a. virtuelle Server vermietet. Sie nennen ihre virtuellen Server "Droplets". Ein virtueller Server wäre also ein Droplet. Damit sind sie groß geworden. Mittlerweile bieten sie auch andere Cloud Dienste an. Das nur zur Vorgeschichte.

Am 5. April 2017 liefen die Monitoringsysteme von DigitalOcean heiß, denn alle öffentlichen Dienste waren auf einmal in ihrer Funktion gestört. Nach nur 3 Minuten merkten sie, dass ihre Produktivdatenbank gelöscht wurde. Sie leiteten sofort Rettungsmaßnahmen ein und retteten ihre Datenbank.

Aber wie man schon sieht, ist dieser Vorfall schon 5 Tage alt und ich berichte erst jetzt darüber. Wieso?! Eigentlich interessiert mich sowas nicht, aber weil ich heute echt gelangweilt war, habe ich den Blogeintrag von DigitalOcean mal gelesen und da steht, dass der Fehler durch einen automatisierten Test ausgelöst wurde.

Bei automatisierten Tests mit Involvierung einer Datenbank wird vor Ausführung des Tests oft ein sauberer Datenzustand herbeigeführt. Oft einfach, in dem man die Datenbank löscht und einfach neu anlegt. Sauberer geht es ja dann nicht.

In diesem Fall führten falsche Konfigurationsdaten dazu, dass eine Verbindung zum vermeintlichen Testdatenbankserver hergestellt wurde. Leider wurde eine Verbindung zum produktiven Datenbankserver hergestellt.

Der Auslöser war also der automatisierte Test mit den falschen Verbindungsdaten. Die Ursache war die Möglichkeit sich mit dem automatisierten Test mit dem Produktivdatenbankserver zu verbinden.


Nginx erkämpft sich größere Marktanteile


Manchmal liest man eine Statistik und denkt gar nicht darüber nach. In diesem Fall wurde eine Statistik veröffentlicht, die aussagt, dass Nginx nun einen Marktanteil von über 30% haben soll. Diese Statistik wurde von "w3techs" veröffentlicht. Sie betonen, dass der Marktanteil von Apache deutlich gesunken ist.

Technisch ist es möglich zu erfassen, welche Software an einem Port lauscht und so wird diese Statistik sicher auch erstellt worden sein. Aber da Nginx auch ein Reverse-Proxy ist, ist die Aussagekraft vielleicht etwas abgeschwächt. Oder auch die Tatsache, dass viele Seiten einen CDN als Cache nutzen. Und CDN Provider nutzen nun mal sehr gerne Nginx.

So oder so hat sich die Nutzung von Nginx aber erhöht. Man muss aber immer aufpassen, wenn man eine Statistik liest. Da der Marktanteil von Apache schnell gefallen ist, kann es vielleicht sinnvoll sein das Ergebnis zu hinterfragen. Womöglich hat man die vielen Apache Server nur hinter einem CDN "versteckt". Oder aber, wie "w3techs" selber spekuliert, http/2 hat sich rasend schnell etabliert. Ich persönlich benötige kein http/2, aber da ich meine Seite auf einem CDN deploye, wird diese Seite hier auch über http/2 ausgeliefert. Ehm ja, http/2 ist bei Apache noch experimentell und nicht Standard. Ich persönlich bezweifel aktuell sehr stark, dass die Nachfrage nach http/2 so rasend schnell gewachsen sein soll. Ich kann das nur mit den vielen CDN Providern, Netlify, Google, Amazon, Azure, Cloudflare usw... in Verbindung bringen. Aber ich will auch nicht zu viel IMHO einbringen :).

Mach dir eben deine eigenen Gedanken! :) Und glaube nicht alles, was im Internetz steht! :)


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